Was geschieht auf einer Klimakonferenz?

Auf einer Klimakonferenz kommen Politiker*innen aus vielen unterschiedlichen Ländern zusammen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und Abkommen zu schließen, die den Anstieg der globalen Erderwärmung begrenzen. 1992 fand die erste Klimakonferenz in Rio de Janeiro, Brasilien statt, an der die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen teilgenommen haben.

Dem eigentlichen Klimagipfel, welcher meistens im Dezember oder November stattfindet, gehen das ganze Jahr über viele Vorbereitungstreffen und Klimakonferenzen voraus. So zum Beispiel die UN-Klimakonferenz oder die Internationale Klimakonferenz ICCA (International Conference on Climate Action). Dort wird über den Klimaschutz diskutiert und der große Klimagipfel im Dezember bis ins kleinste Detail geplant. Denn der Klimagipfel, die Vertragsstaatenkonferenz (COP: Conference of Parties) der UN-Klimarahmenkonvention ist inzwischen eine Großveranstaltung mit über 20 000 Teilnehmenden.


Die UN-Klimakonferenzen werden durch verschiedene Akteure geprägt. Zum einen die Regierungsvertreter der 193 Vertragsstaaten, zahlreiche Journalisten, aber auch Beobachter verschiedenster Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs). Diese NGOs vertreten neben Wissenschaftlern, Jugendbewegungen, und Umweltorganisationen auch Wirtschaftslobbyisten oder Gewerkschaften. Sie alle haben eine beratende Stimme, jedoch keine Entscheidungskompetenzen.


Inhaltlich werden die UN-Klimakonferenzen vor allem von zwei Institutionen unterstützt. Als Grundlage für Entscheidungen auf den Konferenzen dienen die Ergebnisse des Weltklimarates. Dieser ist ein Wissenschaftsgremium der UN, das als Intergovernmental Panel in Climate Change (IPCC) zwar keine eigene Forschung betreibt, jedoch zahlreiche Erkenntnisse zum Klimawandel auswertet und sortiert. Für die Organisation und die Tagesordnungen der Klimagipfel ist das UN-Klimasekretariat verantwortlich. Dieses sammelt außerdem Daten zur Klima-Bilanz der einzelnen Staaten.


Das erste große globale Klimaabkommen wurde 1997 auf dem Klimagipfel COP3 im japanischen Kyoto verabschiedet. Darin verpflichteten sich 37 Industriestaaten ihre jährlichen Treibhausgasemissionen um durchschnittlich 5,2 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren. Da das Kyoto-Protokoll 2020 ausläuft, wurde in den letzten Jahren an einem neuen Abkommen gearbeitet. 2015 wurde dann das Paris-Abkommen beschlossen, bei denen sich die Staaten auf dem Klimagipfel COP21 darauf geeinigt haben, die Klimaerwärmung auf höchstens zwei, besser 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Dafür muss jeder Staat sich selber alle fünf Jahre Klimaschutzzielen setzt, diese nachbessern und einhalten.


Kritik an den Klimagipfel wird vor allen wegen dem immensen Aufwand getätigt. Kritiker sehen diesen in keinem Verhältnis zu den ihrer Meinung nach sehr geringen Ergebnissen. Das liegt auch daran, dass alle Beschlüsse einmütig gefällt werden müssen, also für einen Beschluss, alle Unterzeichnerstaaten der Klimarahmenkonvention zustimmen müssen. So kam es in der Vergangenheit, zum Beispiel 2009 in Kopenhagen dazu, dass keine verbindlichen Beschlüsse getroffen werden konnten. Und dennoch sind viele davon überzeugt, dass die Klimakonferenzen einen wichtigen Zweck erfüllen, auch wenn nicht jedes Mal eine Lösung gefunden werden kann. Denn so wird auf die Missstände in der Welt auf internationaler Ebene aufmerksam gemacht und das Bewussten geschärft, dass die Klimakrise globale Lösungen braucht.

 

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