Was ist der Klimaschutzplan 2050?

Der Klimaschutzplan 2050 wurde im Jahr 2016 von der Bundesregierung verabschiedet. Mit diesem Plan soll Deutschland als eines der weltweit wichtigsten Industrieländer bis 2050 die Treibhausgasemissionen um 95 % gegenüber 1990 senken und damit seinen Anteil zur Einhaltung des globalen Ziels des Pariser Abkommens beitragen. Innerhalb des Planes sind für die jeweiligen Sektoren (z. B. Verkehr, Energie oder Industrie) eigene mittelfristige Reduktionsziele geplant.

Im Zuge der Ergebnisse des Pariser Klimaabkommens hat die Bundesregierung 2015 bis 2016 gemeinsam mit den Bundesländern, Kommunen und Verbänden ein Maßnahmenkatalog für einen effektiven Klimaschutz entwickelt. Das langfristige Ziel ist dabei eine weitgehende Klimaneutralität bis Mitte des 21. Jahrhunderts. Für jedes Handlungsfeld wurden strategische Maßnahmen entwickelt, die zur Dekarbonisierung Deutschlands beitragen sollen. Der Klimaschutzplan 2050 beschreibt die schrittweise Transformation in Technik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Diese Transformation soll sich kontinuierlich an technische, gesellschaftliche, politische, soziale und ökonomische Entwicklungen sowie neue wissenschaftliche Ergebnisse anpassen. Eine Auswahl der strategischen Maßnahmen:

  • Die Kommission «Wachstum, Strukturwandel und Regionalentwicklung» soll einen Instrumentenmix entwickeln, der Klimaschutz im Einklang mit Wirtschaftlichkeit, Strukturwandel und Sozialverträglichkeit ermöglicht.
  • Schrittweise Entwicklung zu einem nahezu klimaneutralen Gebäudebestand mithilfe umfangreicher Sanierungen und der damit verbundenen Umstellung auf Heizsysteme, die mit regenerativen Energien laufen.
  • Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, um treibhausgasfreie Mobilität zu ermöglichen.
  • Die Industrie soll mithilfe eines Forschungs- und Entwicklungsprogramms Industrieprozesse klimaneutral gestalten.
  • Im Bereich Landnutzung und Forstwirtschaft liegt der Schwerpunkt auf dem Erhalt und der Verbesserung der Senkenleistung der Wälder.
  • Eine Überarbeitung des Steuer- und Abgabensystems soll ökonomische Vorteile für die Vermeidung von Treibhausgasen schaffen.

Update: Nachdem das Bundesverfassungsgericht vor kurzem entschieden hat, dass die Ziele des Klimaschutzplans unzureichend sind, wurde das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2050 auf 2045 vorgezogen und die Zwischenziele entsprechend verschärft. So müssen statt 55 % der Treibhausgasemissionen nun 65 % bis 2030 reduziert werden.

Quelle: Klimaschutzplan 2050 – Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

 

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