Waldschutz durch effiziente Kocher im Himalaya

Lokale Anwohnerin sitzt neben ihrem neuen effizienten Kocher.

Projekttyp: Effiziente Kocher

Projektstandort: Meghalaya, India

Projektstatus: in Planung

Jährliche CO₂-Reduktion: 25'000 t CO2

Bei diesem Klimaschutzprojekt werden in abgelegenen Gebieten der Garo Hills in Indien verbesserte Kochherde in Haushalten eingebaut und gewartet. Die Kocher erzielen eine bessere Verbrennung, so dass weniger Holz zum Kochen verbraucht, weniger Kohlenstoff ausgestossen und zugleich die Luftverschmutzung in Innenräumen sowie die Entwaldung gemindert werden. Ausserdem strebt das Projekt an, dass die lokalen Gemeinschaften Zeit und Aufwand einsparen, die sie dann für die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus mit Unterbringung in Privatunterkünften nutzen können, da die Dörfer in der Nähe verschiedener Nationalparks liegen.

Die Garo sind ein indigenes Volk, das in Nordostindien im Bundesstaat Meghalaya lebt und zu den wenigen verbleibenden matrilinearen Gesellschaften der Welt zählt. Sie kochen noch immer sehr viel auf offenen Kochstellen, die mit Holz befeuert werden. Diese offenen Kochstellen verbrauchen grosse Mengen an Brennmaterial und verursachen sehr viel Rauch. Daher sind Frauen und Kinder überproportional stark einer Luftverschmutzung in den Haushalten ausgesetzt, was negative gesundheitliche Folgen wie Atemwegserkrankungen und koronare Herzkrankheiten nach sich ziehen kann. Zugleich muss viel mehr Brennholz in den umliegenden Wäldern gesammelt werden, was einen grossen Teil der Zeit von Frauen und Kindern in Anspruch nimmt.  

Effiziente Kocher reduzieren Gesundheitsprobleme und vermeiden Entwaldung

In diesem Projekt werden verbesserte Kocher aufgestellt, die die bisher in diesem Gebiet üblichen offenen Kochstellen ersetzen. Die verbesserten Kocher besitzen eine patentierte Technik zur Luftregelung, was eine bessere Verbrennung und daher mehr Effizienz und weniger Rauch ermöglicht. Die Kocher senken die Russemissionen um 40 Prozent, so dass weniger durch Luftverschmutzung in Innenräumen bedingte Atemwegsbeschwerden auftreten. Die Kocher benötigen zudem 50 bis 60 Prozent weniger Brennmaterial, und die Kochzeit verringert sich bei gleichem Ergebnis um 50 Prozent. Dies bedeutet, dass die Haushalte Zeit zur Verfügung haben, die sie bisher für Sammeln von Brennholz und Kochen aufwenden mussten. Mehr Zeit bedeutet für die Frauen, mehr Möglichkeiten zu haben, und für die Kinder, mehr für die Schule lernen zu können. Da weniger Brennmaterial benötigt wird, werden CO2-Emissionen reduziert, und die Entwaldung wird vermieden.

Schaffung einer Existenzgrundlage durch nachhaltigen Tourismus

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Global Himalayan Expedition (GHE) umgesetzt. GHE ist die erste Initiative ihrer Art in Indien. Sie kombiniert Entwicklungsprojekte mit dem Fokus auf der Bereitstellung von sauberer Energie, digitaler Fortbildung, Gesundheitsversorgung und CO2-Kompensation, wobei sie nachhaltigen Tourismus als Mittel nutzt, um eine positive soziale Wirkung zu erzielen. GHE versucht vor allem, marginalisierte Gemeinschaften in abgelegenen Gebieten Indiens zu erreichen, um dort nachhaltigen und inklusiven Fortschritt zu fördern. Diese Initiative wurde von den Vereinten Nationen für ihre Arbeit anerkannt, die den Zugang zu Energie und die Schaffung von Existenzgrundlagen durch Tourismus zum Ziel hat. Sie gewann ausserdem mehrere nationale und internationale Auszeichnungen. Seit 2013 hat GHE über 160 Dörfer an das Stromnetz angeschossen und so das Leben von mehr als 100’000 Dorfbewohnern im ländlichen Indien verbessert. Dies wird das erste Projekt für verbesserte Kocher der Initiative sein, und myclimate unterstützt GHE bei der Entwicklung, der Verifizierung und beim Monitoring des Projekts.  

 

Dieses Projekt trägt zu 9 SDGs bei:

Weniger Zeitaufwand für das Sammeln von Brennholz

Weniger Atemwegs- und Augenbeschwerden 

Weniger Aufwand für das Sammeln von Brennmaterial durch Kinder, dadurch mehr Zeit für die Schule 

10’000 Haushalte erhalten Zugang zu sauberer Technologie

Unterstützung für lokale Fertigung

Einsparung von 25’000 Tonnen Holz pro Jahr

Vermeidung von 2,5 Tonnen CO2 pro Jahr pro Kocher

Vermeidung von 25’000 Tonnen Holzschlag pro Jahr, ein Beitrag zum Schutz der Biodiversität

Finanzierung über Fördermittel aus Emissionsminderungsprojekten (Carbon Finance) ermöglicht Erwerb der Kocher für die Haushalte

Situation ohne Projekt

Höherer Verbrauch von nicht erneuerbarer Biomasse

Projektstandard

Projektnummer

7239

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