Moore als Klimaschützer: Renaturierung des Königsmoores in Schleswig-Holstein

Projekttyp: Landnutzung und Wald

Projektstandort: Christiansholm, Rendsburg-Eckernförde, Deutschland

Projektstatus: In Betrieb, Zertifikate erhältlich

Jährliche CO₂-Reduktion: Ca. 40.000 t CO2e (über 50 Jahre)

Durch das Klimaschutzprojekt MoorFutures® wird ein Teil des einzigartigen Königsmoores in Schleswig-Holstein renaturiert. Durch Vernässung kann sich hier langfristig wieder eine typische Hochmoorvegetation bilden. Dadurch wird CO₂ effizient gebunden und es entsteht ein wertvoller Lebensraum für viele bedrohte Arten – direkt vor unserer Haustür.

Intakte Moore haben ein riesiges Speicherpotenzial für Kohlenstoff. Die besondere organische Substanz dieser Böden entwickelte sich über Jahrtausende aus abgestorbenen, aber unvollständig abgebauten Pflanzenresten. Im trockenen Zustand stoßen die Moorböden jedoch große Mengen an klimaschädlichen Treibhausgasen aus. Mehr als 95 Prozent aller Hoch- und Niedermoore wurden in Deutschland im Verlauf des 20. Jahrhunderts durch Kanäle und Gräben systematisch entwässert. Sie wurden land- oder forstwirtschaftlich genutzt oder ihr Torf als günstiges Brennmaterial abgebaut. Durch die Kultivierung der Moore liegen die gebundenen Kohlenstoffvorräte offen und oxidieren großflächig und kontinuierlich in die Atmosphäre. Mit jährlich mehr als 40 Millionen Tonnen CO₂ sind entwässerte Moorböden für fast 40 Prozent aller landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich.

Intakte Moorböden schützen unser Klima

Auch das Königsmoor wurde in der Vergangenheit durch Gräben und Drainagen entwässert und landwirtschaftlich intensiv genutzt. Damit ein entwässertes Moor wieder zum dauerhaften Kohlenstoff-Speicher wird, braucht der Moorboden ganzjährig einen nahezu oberflächennahen Wasserstand. Dank des Klimaschutzprojektes MoorFutures® können die Wasserstände angehoben werden. Das stoppt den fortschreitenden Torfabbau und die damit verbundenen hohen Kohlenstoffemissionen aus dem Moorkörper.

Die Artenvielfalt profitiert gleichzeitig

Hochmoore leben vom Regenwasser. Sie zeichnen sich durch einen fast stets vorhandenen Wasserüberschuss aus. Die vielfarbigen Torfmoose speichern das Wasser wie ein Schwamm. Die Moore sind als wasserreiche Ökosysteme wichtige Rückzugs- und Schutzräume seltener Arten wie Sumpfohreule, Reiher, Moorfrösche, Wollgrass oder auch dem „fleischfressenden" Sonnentau. Eine Renaturierung fördert damit die Biodiversität, verbessert aber auch den Hochwasserschutz, die Wasserreinhaltung und das Mikroklima.

Hochmoore sind faszinierende Lebensräume mit einer enormen Artenvielfalt. Die Vernässung des Königsmoores ist eine tolle Möglichkeit für Privatpersonen, Unternehmen oder Institutionen, regionalen Klimaschutz direkt vor Ort zu unterstützen.

Ute Ojowski, Geschäftsführerin der Ausgleichsagentur

Die Projektumsetzung

Die Flächen im Königsmoor waren von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein erworben und auf eine extensive Pflegenutzung ohne Düngung umgestellt worden. Die negativen Wirkungen der Entwässerung – wie Zersetzung des Torfes und damit Entweichen von klimaschädlichen Gasen – ließen sich dadurch jedoch noch nicht aufhalten. Für eine vollständige Renaturierung mussten sämtliche Gräben und Drainagen in der Fläche verschlossen werden. Zusätzlich mussten flache Wälle aus Torf errichtet werden. Sie halten das Niederschlagswasser in den Flächen zurück, das im Torf gespeichert wird. So bleibt es auch in trockenen, heißen Sommern im Moor feucht.

Durch den Erwerb von MoorFutures®-Zertifikaten können sich Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen an der Finanzierung der Projektumsetzung beteiligen. Der Klimaschutzprojekt-Standard „MoorFutures®“ wurde 2012 als weltweit erstes Kohlenstoffzertifikat aus der Wiedervernässung von Mooren etabliert. Die drei moorreichen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Schleswig-Holstein hatten sich hierfür zusammengeschlossen. Diese Projektumsetzung und die wissenschaftliche Begleitung der Klimawirkungen koordiniert und finanziert die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein, eine 100%ige Tochter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

Dieses Projekt trägt zu drei SDGs bei:

  • SDG 6: Das Hochmoor als wasserreiches Ökosystem wird wieder in seinen ursprünglichen Zustand gebracht.  
  • SDG 13: Schädliche Treibhausgase werden gebunden und gelangen nicht mehr in die Atmosphäre.
  • SDG 15: Ein wertvoller Lebensraum für viele bedrohte Tier und Pflanzenarten leistet einen Beitrag zur Biodiversität.

Situation ohne Projekt

Entwässertes Moor setzt CO₂-Emmissionen frei Projektstatus

Beitrag zu den SDGs

Dokumentation

Partner

Projektstandard

Projektnummer

7221

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