Energiesparlampen für Haushalte

Projekttyp: Energieeffizienz

Projektstandort: Antananarivo, Madagascar

Projektstatus: In Betrieb, exklusiv

Jährliche CO₂-Reduktion: 6829 t

Im Rahmen dieses Projekts wurden bisher über 500’000 ineffiziente Glühlampen durch qualitativ hochwertige Energiesparlampen in fast 130’000 netzgebundenen Haushalten ersetzt, so dass derzeit über 600’000 Menschen von den neuen Energiesparlampen profitieren. Diese Effizienzmassnahme verringert auch spürbar den Stromverbrauch. 

32

EUR spart eine Familie pro Jahr

12,6

GWh Einsparung von 518.000 energieeffizienten Lampen

6,829

t CO2 reduziert pro Jahr

In Madagaskar wird der grösste Teil des Stroms in fossilen Kraftwerken produziert. Durch die beschriebene Massnahme und den dadurch verringerten Stromverbrauch werden somit auch die CO2-Emissionen reduziert. Dieses Projekt strebt zudem an, einen Rechtsrahmen zur Förderung von hochwertigen Energiesparlampen zu einem erschwinglichen Preis zu schaffen, und es stellt in diesem Zusammenhang auch eine Technologie zur angemessenen Entsorgung ausgedienter Lampen vor.  Die Aktivitäten dieses Projekts wurden vom WWF Madagaskar, vom WWF Schweiz sowie von myclimate entwickelt und werden in Zusammenarbeit mit dem madagassischen Energieministerium, dem nationalen Strom- und Wasserversorgungsunternehmen (JIRAMA) und der TELMA Stiftung umgesetzt.

Der Grossteil der Elektrizität in Madagaskar stammt aus fossilen thermischen Kraftwerken. Dafür muss Madagaskar jedes Jahr Öl für die Stromproduktion im Wert von über USD 400 Millionen importieren. Nicht nur die Produktionskosten sind hoch, die Kraftwerke emittieren auch sondern grosse Mengen an klimaschädlichem CO₂. Tatsächlich sind die Stromkosten so hoch, dass sich viele MadagassInnen den Strom gar nicht leisten können. Was die Beleuchtung anbelangt, so verwendet die Mehrheit der Haushalte immer noch ineffiziente Glühbirnen, wodurch das Problem der Energiearmut der Region noch weiter verstärkt wird. Qualitativ hochwertige Energiesparlampen sind entweder nicht verfügbar, oder sie sind für die meisten Leute nicht erschwinglich, da sie fünf bis zehn Mal mehr kosten als normale Glühbirnen.

Die Helligkeit der Energiesparlampe ist angenehm für meine Augen, damit geht meine Arbeit leichter von der Hand und ich kann auch spätabends noch Termine vereinbaren, wodurch sich mein Einkommen erhöht. 

Monsieur Alain, 38 Jahre, Friseur, Besarety

Ziel dieses Projekts ist es, mit qualitativ hochwertigen Energiesparlampen zu erschwinglichen Preisen, durch Schaffung der rechtlichen Rahmenbedingungen zur Förderung von Energiesparlampen sowie mit der Einrichtung eines Sammel- und Recyclingsystems für die Entsorgung gebrauchter Lampen den Stromverbrauch und die Stromkosten für Haushalte in Madagaskar zu reduzieren. Die Einnahmen aus den CO₂-Zertifikaten von myclimate machen es möglich, Energiesparlampen zu einem vergünstigten Preis an die Haushalte verkaufen zu können. Das Projekt ermöglicht so fast 130.000 Haushalten in der Hauptstadt von Madagaskar den Zugang zu qualitativ hochwertigen Energiesparlampen. Durch die Nutzung dieser Lampen sinkt der Strombedarf in den einzelnen Haushalten, wodurch eine Gesamtenergieeinsparung von jährlich 12,6 GWh erreicht wird. Eine begleitende Kommunikationskampagne stellt sicher, dass die Bevölkerung die Vorteile von effizienten Leuchten sowie deren richtige Handhabung und zukünftige Entsorgung kennt. Auf diese Weise wird auch das Bewusstsein der Menschen für die Vorteile einer effizienten Beleuchtung, des Recyclings gebrauchter Lampen und des damit verbundenen Beitrags zur Eindämmung des Klimawandels durch Nutzung dieser Technologie geschärft.

Um für all diese Bemühungen auch ein entsprechendes wirtschaftliches Umfeld zu schaffen, arbeitet der Projektpartner WWF an der Entwicklung eines lokalen Marktes für hochwertige und erschwingliche Energiesparlampen. Dies geschieht durch die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen, durch die Schaffung eines Rechtsrahmens zur Förderung von qualitativ hochwertigen und effizienten Energiesparlampen sowie über ein nationales Verbot von ineffizienten Glühbirnen. Durch diese Aktivitäten wird das Land in seiner Entwicklung hin zu einer Gesellschaft mit geringem CO₂-Ausstoss unterstützt, zudem wird auch das Bewusstsein dafür erhöht, dass wir weltweit den Übergang zu einer Wirtschaft ohne Kohlenstoffemissionen anstreben. Die erste Aufbereitungsanlage dieser Art in Madagaskar, die in der Lage war, das Quecksilber aus ausgedienten Lampen zu isolieren, wurde im Jahr 2018 in einem Abfall-Recyclingzentrum errichtet. Bisher wurden hier bereits mehr als 3’500 Lampen gesammelt.

Die Projektumsetzung startete im Jahr 2013 mit dem Verkauf der Energiesparlampen. Bis Ende 2014 wurden mit grossem Erfolg über 518’000 Energiesparlampen an Haushalte in Antananarivo abgegeben. Die Kreditierungsperiode begann im Januar 2015. Zusammen mit dem Ministerium für Energie konnten mit dem Projekt zwei bahnbrechende Erfolge erzielt werden: die Einrichtung eines Sammel- und Recyclingsystems für die Entsorgung gebrauchter Lampen in Antananarivo – das erste seiner Art in Madagaskar – sowie die Entwicklung und Verabschiedung eines nationalen Verbots ineffizienter Lampen, das seit 2020 in Kraft ist.

Dieses Projekt trägt zu 5 SDGs bei:

Eine Einsparung von 15 Prozent an Energiekosten, das bedeutet eine Ersparnis von durchschnittlich etwa EUR 32 pro Haushalt im Jahr.

Eine Einsparung von jährlich 175 kWh pro Haushalt, was eine durchschnittliche Gesamtenergieeinsparung von jährlich 12,6 GWh bedeutet.

Es wurden bereits über 3’500 gebrauchte Lampen auf umweltverträgliche Art und Weise recycelt und entsorgt. 

Aufgrund des geringeren Strombedarfs fallen durchschnittlich pro Jahr 6’829 t weniger CO₂ an. 

Durch die Zusammenarbeit der Projektpartner mit staatlichen Stellen hat die Regierung von Madagaskar einen Rechtsrahmen zur Förderung von Energiesparlampen geschaffen und ineffiziente Glühbirnen verboten.

Situation ohne Projekt

Höherer Verbrauch von Strom aus fossilen Kraftwerken

Projektstandard

Partner

Projektnummer

7152

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