Biogasanlagen kommen nepalesischen Familien zugute

Projekttyp: Biogas

Projektstandort: Region Terai Arc, Nepal

Projektstatus: In Betrieb, Zertifikate erhältlich

Jährliche CO₂-Reduktion: 80'144 t CO2e

In den ländlichen Gebieten Nepals kochen Frauen für ihre Familien zum größten Teil mit Holz. Dies hat sowohl negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Frauen als auch für das Klima. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, entwickelt und vertreibt dieses Projekt kleine Biogasanlagen für Privathaushalte. Auf diese Weise wird die Bevölkerung mit sauberer Energie versorgt und Baumbestände bleiben erhalten.

Mehrere Stunden täglich sammeln Frauen in den ländlichen Regionen Nepals Brennholz, um damit für ihre Familien kochen zu können. Die Arbeit ist mühsam und nicht ohne Risiko: Nashörner, Elefanten und andere Wildtiere leben in den Wäldern und könnten dabei aufgeschreckt werden und sich bedroht fühlen, darum müssen die Frauen stets wachsam sein und gut zu Fuß. Wenn die Nepalesinnen mit Holzfeuer kochen, sind sie zudem Qualm ausgesetzt und klagen oft über gereizte Augen und Atemwege. 

Mit diesem Projekt werden und wurden mehr als 15.000 kleine Biogasanlagen auf den Grundstücken der Bauernfamilien gebaut, gewartet und repariert, was nach dem verheerenden Erdbeben von 2015 nötig geworden ist. Das Projekt wurde ursprünglich vom WWF Nepal initiiert und zusammen mit myclimate unterstützt. Der nepalesische Projektpartner BSP (Biogas Sector Partnership Nepal) war für die Umsetzung verantwortlich. Nach der ersten Projektphase hat der WWF das Projekt ganz an den nepalesischen Partner BSP übergeben, der es nun mit Unterstützung von myclimate fortführt. Der Betrieb der Biogasanlagen reduziert die Nachfrage nach nicht nachhaltig genutztem Feuerholz und vermindert gleichzeitig CO₂-Emissionen als Folge von Abholzung und Verbrennung des Holzes. Die installierten, kuppelförmigen Anlagen werden in Nepal entwickelt und liefern genügend Energie für eine Familie, die über mindestens zwei Kühe oder Büffel verfügt. Der Viehmist wird mit Wasser gemischt und der Anlage zugegeben. Die anaerobe Zersetzung der organischen Substanz führt zur Bildung von Biogas, das über Rohrverbindungen in die Küche geleitet und zum Kochen verwendet wird. 

Das Projekt im Südwesten Nepals hat für die lokale Bevölkerung mehrere Vorteile: Die zeitaufwendige Suche nach Feuerholz entfällt, die Familien produzieren saubere Energie aus ihrem eigenen Abfall selbst und Hunderte von Arbeitsplätzen werden während der Planung, dem Bau und dem Erhalt der Anlage geschaffen. Zusätzlich können sich die Familien für den Bau einer Toilette entscheiden, die ebenfalls an die Anlagen angeschlossen werden. Dies führt zu einer Verbesserung der Hygienesituation. Biogas zum Kochen verursacht im Gegensatz zu Feuerholz außerdem keinen gesundheitsschädlichen Rauch. Der Gärrest aus den Anlagen kann als biologischer Dünger verwendet werden, womit sich die landwirtschaftlichen Erträge verbessern lassen. 

Damit sich die Familien die Biogasanlagen leisten können, organisiert der lokale Projektpartner BSP Zuschüsse aus Regierungsprogrammen und vermittelt den Zugang zu zinsgünstigen Krediten durch Mikrofinanzinstitutionen. Die Einnahmen aus den CO₂-Zertifikaten sind ein weiterer wichtiger Teil, um diese Anlagen für die Familien erschwinglich zu machen. 

Dieses Projekt trägt zu 11 SDGs bei:

  • SDG 1 – keine Armut:  Einmal finanziert und installiert, entlasten die Biogasanlagen das Familienbudget langfristig, da Aufwendungen für Feuerholz und Gas zum Kochen wegfallen. Erwirtschaftete Ernteerträge können auf dem Markt verkauft werden. 
  • SDG 2 – Nachhaltige Landwirtschaft: Die Gärreste der Biogasanlagen eignen sich aufgrund ihrer hohen Nährstoffkonzentration hervorragend als Bio-Dünger für die Gemüsefelder der Familien. Dies unterstützt eine nachhaltige Landwirtschaft, da teure, chemische Düngemittel nicht mehr eingesetzt werden müssen. 
  • SDG 3 – Gesundheit und Wohlbefinden: Die Frauen profitieren davon, dass sie beim Kochen keinem Qualm mehr ausgesetzt sind. 
  • SDG 4 – Bildung: Weil das zeitintensive Sammeln von Feuerholz entfällt (832 Stunden pro Haushalt pro Jahr), haben Kinder mehr Zeit, die Schule zu besuchen und Hausaufgaben zu machen. 
  • SDG 5 – Geschlechtergerechtigkeit: Nur Frauen können eine Biogasanlage kaufen, was die Stellung der Frauen stärkt. 
  • SDG 7 – Bezahlbare und saubere Energie: Die Anlagen produzieren Biogas aus organischem Abfall, das bei der Tierhaltung anfällt. 
  • SDG 8 – Arbeitsplätze: Das Projekt arbeitet mit lokalen Firmen zusammen, die die Biogasanlagen installieren und warten.
  • SDG 12 – Verantwortungsbewusster Konsum: Die Verwertung des organischen Abfalls trägt zu nachhaltigem Abfallmanagement bei. 
  • SDG 13 – Klimaschutz: Zum Kochen wird kein qualmendes Holzfeuer mehr benötigt. Schädliche CO2-Emissionen werden vermieden. 
  • SDG 15 – Landökosysteme schützen: Das Projekt trägt zur Einsparung von Feuerholz bei und bewahrt die Wälder vor Abholzung. 
  • SDG 17 – Umsetzungsmittel stärken: Das Programm ermöglicht den Transfer, die Verbreitung und Implementierung von umweltfreundlichen Technologien in Nepal.
     

Situation ohne Projekt

Holz wird zum Kochen verfeuert

Beitrag zu den SDGs

Projektstandard

Projektnummer

7119-b

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