Indigene schützen Regenwald auf den Salomon-Inseln

Fluss und Wald

Projekttyp: Landnutzung und Wald

Projektstandort: Babatana Area, South-West Choiseul, Provinz Choiseul, Salomon-Inseln

Projektstatus: In Betrieb, Zertifikate erhältlich

Jährliche CO₂-Reduktion: 16'231 t

Dieses Klimaschutzprojekt wirkt der Abholzung des unberührten Regenwalds auf den Salomon-Inseln entgegen und fördert stattdessen alternative Erwerbsmöglichkeiten. Durch die verringerte Entwaldung werden Kohlenstoffemissionen reduziert und zugleich Frauen-Sparclubs gefördert und die Artenvielfalt geschützt. 

40

Frauen ausgebildet

10

installierte Wasertanks

2.8

km Fluss geschützt

Das Projekt hat zum Ziel, den Regenwald zu schützen und kontinuierliche Schutzmassnahmen in diesem Zusammenhang zu finanzieren. Gleichzeitig soll für das Volk der Babatana eine Lebensgrundlage geschaffen werden. Das Projekt sichert das Land- und die Ressourcenrechte der Einheimischen und erhöht so ihre Chancen, dem Klimawandel zu begegnen. Im Rahmen des Projekts sollen die betreffenden Gebiete als erste rechtlich anerkannte terrestrische Schutzgebiete auf den Salomonen seit Inkrafttreten des Protected Areas Act (PA Act) im Jahr 2010 registriert werden. Das Projekt macht der Entwaldung und dem Abbau von Rohstoffen im grossen Stil ein Ende, sichert die Landrechte des Stammes und bietet ihm eine lebenswichtige alternative Existenzgrundlage. Der Erhalt dieses natürlichen Kohlenstoffspeichers generiert CO2-Zertifikate, die einen finanziellen Ausgleich für den Erwerbsausfall in der Holzindustrie schaffen sollen. Diese Mittel werden verwendet, um Naturschutzaktivitäten zu finanzieren und Gemeinschaftsunternehmen wie Frauen-Sparclubs zu fördern.

Der Regenwald ist eine besondere Biodiversitätsschutzzone und Heimat zahlreicher endemischer Arten

Der Regenwald in der Babatana Area der Salomon-Inseln verfügt aufgrund der isolierten Lage und seiner Biogeografie über eine faszinierende und besondere Artenvielfalt und ist Heimat des Sirebe-Stamms. Das Gebiet ist Teil des Kolombangara to Mount Maetambe River Corridor und offiziell als Key Biodiversity Area anerkannt. Der unberührte Regenwald bietet einer Vielfalt endemischer Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum, z. B. der Salomonen-Nacktrückenflughund (Dobsonia inermis) oder dem Salomonen-Flughund (Pteropus rayneri) sowie seltenen und gefährdeten Baumarten. Er ist ein überlebenswichtiges Ökosystem für die indigene Bevölkerung, gewährleistet Hochwasserschutz und sorgt für einwandfreie Wasserqualität für Mensch und Gewässer gleichermassen. Auf diese Weise macht er zudem die an den Küsten befindlichen Korallenriffs widerstandsfähiger gegen den Klimawandel. Der Regenwald ist ein zentraler Bestandteil der kulturellen Identität der einheimischen Bevölkerung, die die Wälder als Quelle für Nahrung, Baumaterial und Grundlage ihrer wirtschaftlichen Entwicklung nutzt. 

Alternative Existenzgrundlagen und Frauen-Sparclubs

Auf Basis eines Ausgleichssystems ermöglicht das Projekt Familien, neue Erwerbsquellen zu finden, beispielsweise durch den Anbau von Kakao, Kava und Noni. Gleichzeitig bietet es ihnen Zugang zu neuen und aufkommenden Märkten. Die Gemeindemitglieder haben auch die Möglichkeit, Kleinunternehmen wie Geschäfte zu gründen oder in Werkzeug und Ausrüstung zu investieren, um Holzarbeiten für lokale Bauprojekte anzubieten. 

Der Women’s Savings Club hat mir sehr geholfen. Mit meinen Ersparnissen kann ich die jährlichen Schulgebühren für meine Kinder bezahlen. Es ist toll, Teil des Clubs und dieses Programms zu sein.

Joy Poloso, Garasa-Stamm, 50 Jahre, Panarui, Choiseul, Salomon-Inseln

Das Projekt hat es sich zur besonderen Aufgabe gemacht, Frauen mit Hilfe von Frauen-Sparclubs (Women’s Savings Clubs) die Chance zu geben, sich eine Existenzgrundlage aufzubauen. Die Frauen-Sparclubs sind ein wichtiger und kulturell anerkannter Ansatz, um sicherzustellen, dass Frauen und Randgruppen vom Projekt profitieren und an den finanziellen Entscheidungen der Gemeinschaft teilhaben können. Es wurden bereits mehrere Finanzmanagement-Schulungen für den Frauen-Sparclub durchgeführt. Auf diese Weise sollen beispielsweise Schulgebühren für Kinder, kleinere Gemeinschaftsprojekte und Einkommensmöglichkeiten finanziert werden. 
Ausserdem werden Community-Ranger eingestellt, die dafür bezahlt werden, den Regenwald zu überwachen und zu schützen. Den Rangern werden entsprechende Schulungen und Ressourcen bereitgestellt, um sie in der Landverwaltung auszubilden und ihnen die Fähigkeiten an die Hand zu geben, eine Waldinventur und ein Biodiversitätsmonitoring durchzuführen. Eine lokale Naturschutzorganisation unterstützt die Ranger bei der Überwachung und beim Schutz der entsprechenden Gebiete durch Mobilgeräte, die zur Sammlung von Daten in den Bereichen Biodiversität, Landverwaltung und CO2-Überwachung eingesetzt werden. 

Dieses Projekt trägt zu 9 SDGs bei:

Investitionen in die Gemeinden über die Sirebe Tribal Association

Schulung von 50 Teilnehmenden in den Bereichen klimawandel-orientierte Bildung und Aufklärungsaktivitäten

Ausbildung von 40 Frauen im Rahmen der Sparclub-Programme

10 installierte Wassertanks

Einstellung von 6 Rangern und Ausbildung von 20 Personen im Bereich Landverwaltung (Männer, Frauen und Jugendliche) sowie Einstellung eines Business Managers

Unterstützung des Frauen-Sparclubs mit mehr als 20 Mitgliedern

Einsparung von CO2-Emissionen

2,8 km Fluss geschützt

Gesetzlicher Schutz von 836 ha Waldfläche durch den Protected Area Act und Entwicklung und Umsetzung von Naturschutzplänen

Situation ohne Projekt

Entwaldung, Verlust der Artenvielfalt, erhöhtes Risiko von Naturkatastrophen

Dokumentation

Projektstandard

Projektnummer

7225

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