Schutz tansanischer Wälder für Indigene, Wildtiere und das Klima

Projekttyp: Landnutzung und Wald

Projektstandort: Distrikt Mbulu und Distrikt Karatu, Nordtansania

Projektstatus: In Entwicklung, Zertifikate erhältlich

Jährliche CO₂-Reduktion: 150,923 t

Das Projekt sichert die Landrechte der indigenen Bevölkerung und verstärkt die Umsetzung kommunaler Landnutzungspläne durch Waldschutzaktivitäten. Die dadurch verringerte Abholzung verhindert, dass Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt werden und sichert die Lebensraumvernetzung für gefährdete Wildtiere zwischen dem Yaeda-Tal und dem Ngorongoro-Hochland.

Das Waldgebiet im Norden Tansanias ist aus kultureller, sozioökonomischer und ökologischer Sicht eine besonders wertvolle Region. Sie ist Heimat des Volkes von Jägern und Sammlern der Hadza und der Hirtengemeinschaft Datooga, die für ihr Überleben auf ihr Kernland zum Jagen, zum Sammeln von Heilpflanzen und für wichtige kulturelle und religiöse Stätten angewiesen sind. Beide Gemeinschaften verfügen über ein Einkommen von deutlich weniger als einem US-Dollar pro Tag. Ihre Lebensweise hat nur minimale Auswirkungen auf die Umwelt, da sie natürliche Ressourcen wie eh und je nachhaltig nutzen. 

Sinnvoller, langfristiger Naturschutz hängt stark von der Bereitschaft und Fähigkeit der indigenen Bevölkerung zur Verwaltung dieser wertvollen natürlichen Ressourcen ab.

Jo Anderson, Geschäftsführer des myclimate-Projektpartners Carbon Tanzania

Das Gebiet ist auch Lebensraum hunderter Vogelarten und bedrohter grosser Säugetiere wie dem afrikanischen Elefanten, der Giraffe, dem Wildhund und dem afrikanischen Löwen. Leider ist dieses einzigartige Ökosystem von Abholzung bedroht. Der Hauptgrund für die Abholzung ist die Verlagerung der Landwirtschaft. Bauern und Bäuerinnen, vor allem aus den Nachbardörfern, roden die Waldflächen, um Mais, Sonnenblumen und Futterbohnen anzubauen. Der Boden erschöpft sich schnell, die Erträge gehen zurück und die Bauern ziehen in andere Gebiete weiter und roden erneut. Der zweite wichtige Grund für die Abholzung ist die Gewinnung von Weideland für Rinder und Ziegen.

Projektaktivitäten

Wie und wo setzt das Projekt an? Schwerpunktmässig wird die Durchsetzung des genehmigten dörflichen Landnutzungsplans verstärkt mittels Einsatz von Patrouillenteams, die illegale Landnutzung und Wilderei überwachen. Auch werden die Wildtiere mit Hilfe smarter Technologie überwacht sowie Schulungen in den Bereichen Governance, Management und Finanzen durchgeführt. Zu den weiteren Projektaktivitäten gehören der Einsatz und die Ausbildung von Wächtern aus der indigenen Bevölkerung zum Schutz einheimischer und gefährdeter Arten, die Verteilung von Bildungsmaterial für Schulen und Gemeindeversammlungen sowie Schulungen über Rechtsansprüche.

Als Gemeinschaften, deren Lebensunterhalt von intaktem, ursprünglichem Land abhängt, werden die Hadza und die Datooga von der Verhinderung der Abholzung und damit dem Erhalt ihres natürlichen Lebensraums profitieren. Konkret soll die verstärkte Durchsetzung des Landnutzungsplans auch eine Wasserstelle schützen, die im Projektgebiet für Mensch und Tier sehr wichtig ist.

Die Indigenen profitieren so von einem höheren und stabilen Einkommen dank der Zahlungen für diese Aktivitäten, so genannte Ökosystemdienstleistungen (PES). Die Einnahmen durch die CO2-Zertifikate unterstützen die Bekämpfung von Wilderei, Monitoring der Wildtiere, Bildung und medizinische Versorgung aller Gemeinschaftsmitglieder. Ohne den Verkauf von CO2-Zertifikaten, wären die Gemeinschaften nicht in der Lage, ihr Land zu sichern und zu schützen, weder rechtlich noch praktisch auf Gemeinschaftsebene. Dies wiederum würde wahrscheinlich zum Ende dieser Urvölker führen und damit zum Verlust eines grossen Reservoirs an indigenem Wissen über die Nutzung natürlicher Ressourcen.

Dieses Projekt trägt zu 10 SDGs bei:

Das Projekt garantiert ein langfristiges, regelmässiges Einkommen für die indigenen Hadza- und Datooga-Gemeinschaften.

Das Projekt schützt ein Ökosystem von 125,000 ha – die natürliche Ressourcenbasis für die Jäger-Sammler-Aktivitäten der Hadza und die Subsistenzlandwirtschaft der Datooga-Gemeinschaften.

Das Projekt unterstützt Beratungsstellen für Trachom- und Tuberkulose-Behandlungen.

Schulungen vermitteln Wissen zu nachhaltiger Landwirtschaft, die die Produktivität erhöhen und helfen das Waldland-Ökosystem aufrecht zu unterhalten.

Frauen werden als Projektleiterinnen angestellt und ermutigt, an lokalen Versammlungen teilzunehmen.

Wachen werden eingestellt und ausgebildet, um Waldzerstörung, illegale Landumnutzung und Wilderei zu überwachen.

Die Hadza waren bis vor kurzem eine marginalisierte Gemeinschaft. Das Projekt hat nicht nur ihre gesetzlichen Rechte über ihr Land, sondern ihnen auch eine Stimme in der Region gegeben. 

Verhinderung der Freisetzung von rund 150.000 t CO₂ in die Atmosphäre pro Jahr.

Schutz von Wildtieren wie Elefant, Wildhund oder Löwe und über 250 Vogelarten sowie von über 40'000 ha Land vor Abholzung in den nächsten 20 Jahren.

Die Zusammenarbeit zwischen internationalen und nationalen Organisationen, den lokalen Behörden und Dorfvertreter*innen gewährleistet ein hohes Mass an lokaler Eigenverantwortung.

Situation ohne Projekt

Abholzung und Walddegradierung

Projektstandard

Projektnummer

7223

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