Die Visionen von Schweizer Lernenden werden ausgezeichnet – Energie- und Klimawerkstatt feierte Prämierung an der HSR Rapperswil

Die Energie- und Klimawerkstatt, der landesweite myclimate Bildungswettbewerb für Lernende, vergab am 7. Juni an der Hochschule für Technik in Rapperswil (HSR) die Preise für die besten Projekte des Jahres. Für ihre besonderen Leistungen wurden in diesem Jahr Teams aus Biel, Birr, Muttenz und von der Emmi Schweiz AG geehrt. Neben der Würdigung ihrer Leistung erhielten die vier Kategoriegewinner auch einen Geldpreis in Höhe von 1‘000 Franken. Der Anlass trug die Überschrift «Visionen (er)leben».

Energie; Klima; Klimawerkstatt

Die Gewinner der Energie- und Klimawerkstatt 2018 in der Kategorie Planung.

Die Prämierung an der HSR war der krönende Abschluss des Projektjahres des „dienstältesten“ Bildungsprojektes der Stiftung myclimate. Seit 2006 können Lernende im Betrieb oder an der Berufsschule eigene Projekte umsetzen, dabei wertvolle praktische Erfahrungen sammeln und Mehrwerte generieren. Im Lehrjahr 2017/18 wurden insgesamt 157 Projekte eingereicht, womit der Wert des Rekordvorjahres nur knapp verfehlt wurde. Zwölf Teams wurden vorab auf eine «shortlist» gesetzt, je drei in den vier Projektkategorien Energie, Sensibilisierung, Innovation und Planung.

Von Vision zu konkretem Projekt – Die Gewinner 2017/18

Der erste Preis wurde in der Kategorie Sensibilisierung vergeben. Mit Tim Stadelmann, Matthias Roth, Sonja Helfer und Marcel Zihlmann hatte sich ein Team aus unterschiedlichen Lehrjahren und Lehrberufen bei der Emmi Schweiz AG gebildet. Mit ihrem Projekt «Sensibilisierung beim Händewaschen», hatten sie schon bei der 2017 erstmals ausgetragenen firmeninternen «Company Challenge» überzeugt. Die Idee, mit einem eigenen Infofilm, ausgestrahlt auf Emmi TV, die Mitarbeitenden aufzufordern, künftig ein Papierhandtuch weniger zu benutzen, begeisterte mit seiner messbaren Wirkung auch die Fachjury der Energie- und Klimawerkstatt. Mit dem Projekt wurden 3‘000 Menschen erreicht und hohe Sparpotenziale bei Ressourcen und Materialkosten nachweisen.

Grosse Freude herrschte bei Oliver Zaugg und Miro Pauli, angehende Maurer im dritten Lehrjahr an der Gewerblich-industriellen Berufsfachschule Muttenz (GIBM), über den Haupt-preis in der Kategorie Innovation. Ihr Projekt «ECOWORK» beschreibt ausführlich zukunftsorientierte energiesparende Lösungen für das Bauhauptgewerbe. Das Ziel ist es, Arbeitstechnik und Hilfsmittel zu verbessern. Dafür führten beide auch ein längeres Interview mit Unternehmer Peter Pauli, ehemaliger CEO der Meyer Burger Technologie AG in Thun.

In der Kategorie Planung überzeugte das Duo Janik Mathys und Kim Schulze, Polymechaniker im dritten Lehrjahr vom Berufsbildungszentrum (BBZ) Biel. Sie thematisierten mit «Die zu warme Stube» die Raumtemperatursteuerung vor allem in Unternehmen. Dazu befragten sie u.a. auch Mitarbeitende der Firma Gleason-Pfauter. Im Rahmen ihrer Auswertung konnten sie grosse Energiespar- und damit Klimaschutzpotenziale aufzeigen.

«Die Zukunft liegt in der Gebäudeautomation», diese Aussage war zugleich der Projekttitel der Juryfavoriten in der Kategorie Energie. Joël Gruber, Sandro Wernli und Nikita Stutz sind Automatikerlernende im 2. Lehrjahr von libs Industrielle Berufslehre Schweiz aus Birr. Mit Homematic IP Systemen konnten sie in einem Schritt die Heizung im Betrieb automatisieren und bei der Beleuchtung die Energieeffizienz steigern. Zudem haben sie in dieses System mehrere automatisierte Ladesteckdosen zur Bekämpfung unnötiger Standby-Zeiten integriert.

Neu wurde 2018 auch ein Tagespreis für die beste Präsentation vor Ort, auf der Bühne und beim vorherigen Projektmarkt von allen Anwesenden vergeben. Über den von SV Hotel gestifteten Gewinn freute sich das Team «Die Welt aufforsten» mit den Informatiklernenden Sam Wymann und Jean-Michel Carrel von der Gewerblich Industriellen Berufsschule Bern. Das Duo war in der Kategorie Sensibilisierung an den Start gegangen.

Schon im Vorfeld konnte öffentlich über den Publikumspreis abgestimmt werden. Dieser wurde bei der Prämierung an das Team «Energiesparduden» (Lea Strässle, Lorena Märki, 2. Lehrjahr, Polygrafinnen an der Schule für Gestaltung Aargau) vergeben.

Die Energie- und Klimawerkstatt

Das Projektjahr und die Prämierungsfeier 2018 wurde ermöglicht durch die Förderung von Partnern wie EnergieSchweiz, Griesser Storen, SV Hotel, Emmi AG, der Stiftung Wegweiser als Förderin der Prämierungsveranstaltung sowie der gastgebenden HSR.

Die Energie- und Klimawerkstatt hat zum Ziel, Wissen zu Umwelt und dem effizienten Umgang mit Energie zu schaffen und Engagement mit technischem Geschick, Innovationsgeist und gestalterischen Fähigkeiten zu verknüpfen. Die Wettbewerbsaufgabe der Lernenden ist es, Produkte und Projekte zu entwickeln, die CO₂ reduzieren, die Energieeffizienz fördern oder die breite Öffentlichkeit zu Massnahmen gegen den Klimawandel im Alltag animieren. Die myclimate Energie- und Klimawerkstatt ist ein nationaler Projektwettbewerb für alle Lernenden. Es wurden bisher von mehr als 9'000 Lernenden 1018 Projekte eingereicht.

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