Neues Klimaschutzprojekt: Effiziente Kocher retten Lebensraum für letzte Berggorillas

In Ruanda wächst die Bevölkerung stetig. Auch rund um die Bergnebelwälder im Nordwesten des Landes steigt darum der Holzbedarf stetig. Als Folge sind die Lebensräume der Berggorillas bedroht. Das neue myclimate Projekt mit energieeffizienten Kochern senkt den Holzbedarf, schützt damit die Gorillas und sorgt zusätzlich für weniger Treibhausgase in der Atmosphäre, mehr Zeit und Geld und verbesserte Gesundheit für Frauen und Mädchen.

The new myclimate energy-efficient stoves project reduces wood consumption and protects the habitat of the mountain gorillas

Es leben weltweit nur noch rund 1000 Berggorillas, 600 davon in den Virunga-Bergen (Mai 2018).

Von den weltweit noch rund 1000 Berggorillas leben 600 in den Virunga-Bergen in Ruanda. Das neue myclimate Projekt will den Mensch-Tier-Konflikt in der Region deutlich reduzieren und dadurch die Situation für die Menschen vor Ort und die Gorillas nachhaltig verbessern. Die Population der Virunga Berggorillas sind durch die Abholzung stark gefährdet und konkret vom Aussterben bedroht. Da das Projekt gezielt rund um den Nationalpark umgesetzt wird, bleibt der bedrohte Lebensraum der Berggorillas erhalten. Durch den um bis 70 reduzierten Feuerholzbedarf wird klimaschädliches CO2 gebunden, das sonst durch die Verbrennung von Holz in die Atmosphäre gelangt. Geplant ist der Verkauf und die Installation von insgesamt bis zu 50'000 effizienten Kochern. Der myclimate-Projektpartner hat zusammen mit der einheimischen Bevölkerung ein lokal produzierbares, effizientes Kochermodell entwickelt, das mehr als zwei Drittel weniger Brennholz verbraucht als die herkömmlichen offenen Drei-Steine-Feuerstellen. Neben dem Schutz der Berggorillas und der CO2-Einsparung verändert das Projekt auch insbesondere das Leben von Frauen und Mädchen. Diese müssen viel weniger Zeit oder Geld aufwenden, um Feuerholz zu besorgen – eine Arbeit, die traditionell klar in Frauenhand liegt. Auch sind sie dank der effizienteren Verbrennung den schädlichen Russpartikeln der offenen Feuer weniger ausgesetzt. «Der Rauch in der Hütte ist stark zurückgegangen. Ich habe keine geröteten Augen mehr und meine Lungen sind nicht mehr gereizt. Ich gebe nur noch 50 Ruandische Franc (ca. 5 Cent) pro Tag für Brennholz aus – ein Sechstel von meinen Ausgaben zuvor.», sagt Ancille Mukasine, aus Kabatwa im Nyabihu District in Ruanda, die schon einen Kocher nutzt. Auch die Kochzeit reduziert sich mit dem effizienten Kocher um die Hälfte. Dadurch gewinnen die Familien mehr als eine Stunde pro Tag, die ihnen für die Landwirtschaft und sonstige Tätigkeiten zur Verfügung steht. Dieses Projekt sieht sich als Ergänzung zu den Schutzmaßnahmen der Regierung und der NGOs zugunsten der Regenwälder. Die Gelder aus der CO2-Kompensation werden für die lokale Herstellung der Öfen und den subventionierten Verkauf an die Haushalte verwendet. Das Projekt trägt zum Erreichen von insgesamt zehn SDGs bei.

Mehr zum Projekt auf myclimate.org

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